The "F" Word - and it's not Fish.

The "F" Word – and it's not Fish.

The F” Word” – so lautete der Name einer Session des Side Events 50/50 des OMR Festivals 2019 in Hamburg. Die Session thematisiert die Bewegung des Feminismus – The F” Word”. Ein Schimpfwort also? Ein guter Zeitpunkt, um endlich etwas über mein Herzensthema zu schreiben und mich aktiv in die Diskussion rund um das F”-Wort einzubringen. 

Ausschlaggebend für diesen Artikel war die Tatsache, dass an dem Side Event 50/50 der OMR 2019 gefühlt 95% Frauen im Publikum saßen. Warum mich das zum Schreiben bewegt? Ist es doch eine Veranstaltung, die sich vorwiegend an Frauen richtet? Und genau da möchte ich ansetzen: „Feminismus” ist meist negativ konnotiert. Der Großteil der Gesellschaft – überspitzt ausgedrückt – sieht dahinter ein Männerfeindbild. Hinzu kommt, dass das „F-Wort” als Buzzword abgewertet wird. Doch an alle genervten Menschen dort draußen: Auch wenn Feminismus im Moment als Trendthema wahrgenommen wird, so ist es doch eine ernstzunehmende und relevante Bewegung. 

Seien wir mal ehrlich, die Zahlen sprechen für sich, oder?

thestoryofthefish-feminsim
Eine Studie, die den weltweiten Anteil der Frauen in der Wirtschaft darstellt. (Quelle: Catalyst)

Lassen Sie mich aber von vorne beginnen. Der Ursprung dieser Falsch-Interpretation liegt darin, dass viele nicht wissen, was Feminismus eigentlich bedeutet: Feminismus ist eine Bewegung, eine Kritik an der vorherrschenden Gesellschaft, „die, basierend auf der kritischen Analyse von Geschlechterordnungen, für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung aller Menschen jeglichen Geschlechts sowie gegen Sexismus eintreten und diese Ziele durch entsprechende Maßnahmen umzusetzen versuchen.”* Diese simple Wikipedia-Definition verdeutlicht, welches Bewusstsein bisher noch nicht in der Gesellschaft verankert ist: Es geht um ALLE Menschen. Feminismus steht für Diversität und betrifft in keinster Weise nur Frauen. Es ist ein Thema, das uns alle angeht. Und genau deshalb ist es auch erschreckend, dass im Publikum des 50/50 Events beim OMR 2019 mit über 50’000 Besucher, geschätzt, fünf Männer saßen – obwohl schon der Titel des Events 50/50 das gewünschte Verhältnis der Geschlechterverteilung des Publikums verwies.

Dort ging es in vier unterschiedlichen Sessions rund um das Thema der aktuellen Rolle der Frauen in der Wirtschaft unter besonderer Beachtung der Frauenquote (50/50). U. a. wurde die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019 Katarina Barley befragt und äußerte, dass nicht nur Frauen Feministinnen sein müssen sondern auch Männer Feministen. Feminismus muss solange vorherrschen bis wir die Gleichberechtigung auf dieser Welt etabliert haben. Im Anschluss des Interviews mit Frau Barley fand eine Diskussion zu 50/50 statt mit Katarzyna Mol-Wolf, Chefredakteurin der Emotion, Selwa Hussain, CFO Yext, Christoph Bornschein, Gründer TLGG, Franziska von Lewinski, Vorständin fischerAppelt und Kaddie Rothe, Gründerin goalgirls. Hier wurde betont, dass Gleichberechtigung vor allem dann erreicht wird, wenn wir die bestehenden Strukturen der Gesellschaft aufbrechen. Dort spielen auch Themen wie New Work, Agilität etc. eine maßgebliche Rolle. Diese tragen nicht nur zum Meistern der Digitalisierung in den Unternehmen bei, sondern auch zur Förderung von Frauen in der Wirtschaft, wobei insbesondere Frauen mit Kindern Wiedereinstieg und Karriere ermöglicht werden soll. Es geht dabei nicht um Work-Life-Balance, es geht vielmehr um Work-Life-Integration, wie es Frau von Lewinski auf den Punkt gebracht hat.

„If you won’t ask you won’t get” 

Selwa Hussain, CFO Yext 

Ein weitere sehr wichtige Aussage trifft Frau Hussain (CFO Yext): „If you won’t ask you won’t get” und betont damit nicht nur ihren Wunsch nach mehr Selbstbewusstsein bei Frauen – sie trifft damit den Nerv der feministischen Bewegung. Steht frau nicht auf und fordert das ein, was ihr zusteht, wird sie es auch nicht bekommen. Franziska von Lewinski ergänzt diese Ansicht um einen weiteren Wunsch für die Gesellschaft. Dem Wunsch nach Zusammenarbeit aller: Kein Gegeneinander, kein Ausstechen – mehr Solidarität.

Man könnte an diesem Punkt des Artikels nun über die aufstrebenden Frauennetzwerke streiten, weil dort Frauen unter sich bleiben und so eher wenig zur Diversität beitragen. Aber wenn man sich erneut das Publikum des Panels ansieht, fällt einem auf: Zum aktuellen Zeitpunkt der gesellschaftlichen Entwicklung sind Frauennetzwerke der notwendige Auslöser für das Umsetzen der Gleichberechtigung. Frauen müssen eine Community schaffen, sich unterstützen, sich vertrauen, um so die Aufmerksamkeit der Gesellschaft zu generieren (übrigens können auch Männer Mitglied in Frauennetzwerken werden ;)). Um auf das Eingangs genannte Problem des Buzzword” zurückzukommen: Es ist also gut, dass es immer mehr Menschen und Veranstaltungen gibt, die Feminismus thematisieren. Das Ziel ist also aus einer kurzlebigen Trenderscheinung eine nachhaltig geprägte Gesellschaftsstruktur zu etablieren. Das gelingt eben nur, wenn wir die Feminismusdebatte weiterführen und ins Bewusstsein eines jeden bringen, egal ob jung oder alt, ob Mann, Frau, Queer oder Transgender…

„Echte Gleichberechtigung zu erzielen, benötigt ein echtes Gleichgewicht aller Kräfte.“

Doch wir Frauen allein werden die Welt nicht zu einem besseren Ort machen, wenn wir die männlich-geprägte Gesellschaft nachahmen, indem wir das andere Geschlecht ausgrenzen. Echte Gleichberechtigung zu erzielen, benötigt ein echtes Gleichgewicht aller Kräfte. Auch belegt eine Studie von McKinsey, dass ein Diversität-geprägtes Umfeld erfolgreicher ist.**

Genau dieser Anspruch treibt uns, Tania, Sven und mich, von The Story Of The Fish an. Deshalb mein Appell: Lasst uns alle Feminist*innen sein, Diversität leben und diese Welt zu einem lebenswerteren Ort für ALLE machen. Lasst uns Mensch sein. 

In diesem Sinne Blub.

#femfishpower 

Autor: Stephanie Renz

The contact

The Story Of The Fish

Mit der tiefen Überzeugung gegründet, dass die Welt keine weitere Werbeagentur braucht, stellen wir uns jeden Tag die Frage was und wie wir es besser machen können. Gerne auch für Sie:

©The Story Of The Fish® GbR